
"Huntington Study Group" (HSG) Jahreskonferenz 2020: HD in Focus – Tag 1
Unsere Zusammenfassung der VortrÀge und PrÀsentationen am Tag 1 der "HSG 2020 annual conference"

Das Forschungsnetzwerk âHuntington Study Groupâ (HSG) beschĂ€ftigt sich ausschlieĂlich mit der Huntington-Krankheit. Diesen Herbst fand die jĂ€hrliche Konferenz 2020 statt. Gleich am ersten Tag . startete die Veranstaltung mit einem vollgepackten Programm von virtuellen VortrĂ€gen aus der Forschung, von Ărzten und verschiedenen Firmen, die alle an Medikamenten gegen die Huntington-Krankheit arbeiten. Der Tag hielt viele faszinierende PrĂ€sentationen zu den neuesten Entwicklungen auf diesem Feld bereit.
PrĂ€sentationen zu bahnbrechenden Ideen fĂŒr neue Medikamente
Der erste Vortrag wurde von Darren Monckton (University of Glasgow) gehalten. Er sprach ĂŒber die Rolle von somatischer InstabilitĂ€t bei der Huntington-Krankheit. Dabei geht es um eine weitere VerlĂ€ngerung des CAG-Stranges auf dem mutierten Huntington-Gen im Laufe des Lebens eines Betroffenen. Man geht davon aus, dass bei einer hohen somatischen InstabilitĂ€t, die Symptome von Huntington-Patienten verstĂ€rkt und frĂŒher ausbrechen lĂ€sst. Vor ein paar Monaten haben wir auf HDBuzz einen ausfĂŒhrlicheren Artikel dazu veröffentlicht. Moncktonâs Gruppe betrachtet die somatische InstabilitĂ€t bei einer groĂen Anzahl von Huntington-Patienten mithilfe der Nutzung von Proben und Daten aus den Beobachtungsstudien Enroll-HD und Track-HD. Auf diese Weise konnten die Forscher herausfinden, dass sich die somatische InstabilitĂ€t in Blutproben beobachten lĂ€sst. Dadurch wird eine Untersuchung derselben viel leichter alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. durch Nervenwasserentnahmen.

Image credit: Joseph Mucira
AlsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. NĂ€chste folgte Beverly Davidson (Childrenâs Hospital of Philadelphia), die GenbearbeitungsansĂ€tze alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. mögliche kĂŒnftige Therapien gegen die Huntington-Krankheit vorstellte. Insbesondere interessiert sich ihr Labor dabei fĂŒr die CRISPRCRISPR Ein System zur DNA-Bearbeitung auf prĂ€zise Weise-Technologie, mit der man gezielt das mutierte Huntingtin-EiweiĂ verringern und dessen wilden Typ erhalten könnte. Vielleicht haben Sie mitbekommen, dass kĂŒrzlich an die Wissenschaftlerinnen, die CRISPRCRISPR Ein System zur DNA-Bearbeitung auf prĂ€zise Weise alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. erste anwenden konnten, einen Nobel-Preis gewonnen haben. Das Forschungsfeld CRISPRCRISPR Ein System zur DNA-Bearbeitung auf prĂ€zise Weise beschĂ€ftigt sich mit zahlreichen neuen Entwicklungen rund um die Technologie, die sie sicher und prĂ€zise fĂŒr medizinische Anwendungen machen sollen.
Höhepunkte aus Sarah Tabriziâs Leitvortrag
Den Leitvortrag der Veranstaltung hielt Prof. Sarah Tabrizi (University College London). ZunĂ€chst gab sie einen Ăberblick zu ihrer HD Young Adult Study (HD-YAS), ĂŒber die wir auf HDBuzz bereits berichteten. In der Studie verglich man junge, symptomfreie TrĂ€ger des mutierten Huntington-Gens mit einer Kontrollgruppe, um herauszufinden, ab welchem Zeitpunkt BiomarkerBiomarker Irgendeine Art von Test – inklusive Bluttest, GedĂ€chtnistest und Gehirnscan – der das Fortschreiten einer Krankheit wie der Huntington-Krankheit messen oder vorhersagen kann. Biomarker können klinische Studien von neuen Medikamenten schneller und verlĂ€sslicher machen. der Huntington-Krankheit erfasst werden können. Die Teilnehmenden vor Ausbruch der Symptome zu untersuchen, sollte Anhaltspunkte geben, wann eine kĂŒnftig mögliche Behandlung am besten begonnen werden soll, um die Krankheit entweder zu verlangsamen, aufzuhalten oder ihr idealerweise vorzubeugen. Die jungen Huntington-GentrĂ€ger zeigen keine kognitiven oder psychiatrischen Unterschiede zu den Nicht-GentrĂ€gern. Allerdings konnten bei ihnen einige chemische VerĂ€nderungen erfasst werden. Die deutlichste VerĂ€nderung waren erhöhte Werte des Proteins âNfLNfL Biomarker fĂŒr die Gesundheit des Gehirnsâ im Nervenwasser. Tabrizi und ihre Kollegen gehen davon aus, dass NfLNfL Biomarker fĂŒr die Gesundheit des Gehirns-Werte einen guten BiomarkerBiomarker Irgendeine Art von Test – inklusive Bluttest, GedĂ€chtnistest und Gehirnscan – der das Fortschreiten einer Krankheit wie der Huntington-Krankheit messen oder vorhersagen kann. Biomarker können klinische Studien von neuen Medikamenten schneller und verlĂ€sslicher machen. fĂŒr das Fortschreiten der Krankheit darstellen könnten und daher auch eine Entscheidungsbasis fĂŒr Ărzte in der Zukunft fĂŒr den Zeitpunkt einer Behandlung. Im zweiten Teil ihres Vortrages ging Tabrizi auf einige der vielversprechenden Therapiemöglichkeiten ein, die aktuell im Labor erforscht werden und kĂŒnftig in klinischen Studien getestet werden könnten. Tabrizi hob das EiweiĂ MSH3 hervor, das einen Einfluss auf das Fortschreiten der Krankheit haben könnte. MSH3 wurde ursprĂŒnglich alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. Treffer in der GWAS-Analyse entdeckt und dann mit groĂem Interesse von Forschern auf der ganzen Welt studiert. Es wurde von Tabriziâs Gruppe gezeigt, dass eine Verringerung der Menge des MSH3-Proteins, die somatische VerlĂ€ngerung des Huntington-Gens in menschlichen Zellen in einer Petri-Schale verhindern kann. Aber ob eine Verringerung von MSH3 auch die Huntington-Krankheit beim Menschen aufhalten kann, muss sich noch erweisen. Eine weitere interessante Methode, von der Tabrizi berichtete, ist der Huntingtin-Verminderungsansatz der Firma Takeda, die hierfĂŒr die Zink-Finger-Techonologie einsetzen. Bei diesem Ansatz soll spezifisch das mutierte, nicht aber das gewöhnliche Huntingtin-EiweiĂ reduziert werden. Zuletzt sprach Tabrizi noch die Arbeit des âHD regulatory science consortium (RSC)â an. Eine Einrichtung, die Forschungsvorhaben zur Huntington-Krankheit weltweit miteinander abstimmen will, um den Fortschritt bei der Medikamentenentwicklung zu beschleunigen.
Weitere VortrÀge zu den neuesten Medikamentenentwicklungen und Daten aus klinischen Huntington-Studien
Eine Reihe von kurzen PrĂ€sentationen beschĂ€ftigte sich mit den diesjĂ€hrigen Erkenntnissen und den PlĂ€nen der Arbeitsgruppen der HSG bezĂŒglich verschiedener Themen, wie Telemedizin, die Entwicklung von digitalen Anwendungen zur SymptomĂŒberwachung, die Erfahrungen von Neuropsychologen und Möglichkeiten die Stimmen von Patienten mit einzubeziehen.
Carlos Cepeda (University of California, Los Angeles) beschĂ€ftigt sich mit der Rolle der Hirnregion des Cortex bei der Huntington-Krankheit. Er beschrieb dort schon einige Besonderheiten, die Huntington-Patienten aufweisen, die es wiederum ermöglichen könnten, einige der Symptome in extremen Formen der Huntington-Krankheit, wie zum Beispiel der juvenilen Form, zu erklĂ€ren. Jordan Schultz von der University of Iowa fuhr direkt mit diesem Thema fort und berichtete von der BeobachtungsstudieBeobachtungsstudie Eine Studie die Messungen an freiwilligen Menschen macht, aber keine experimentellen Medikamente oder Behandlungen gibt zur juvenilen Form âKids-JHDâ, die sich zum Ziel setzt, mehr ĂŒber die Symptomen und das Fortschreiten der juvenilen Form zu lernen.
Paul Zeun (University College London) erklĂ€rte tiefergehend etwas zu der Arbeit an der HD-YAS Studie aus Sarah Tabriziâs Gruppe. Zeun untersuchte mit seinen Kollegen verschiedene EiweiĂe in Nervenwasser-Proben der HD-YAS-Teilnehmer, um BiomarkerBiomarker Irgendeine Art von Test – inklusive Bluttest, GedĂ€chtnistest und Gehirnscan – der das Fortschreiten einer Krankheit wie der Huntington-Krankheit messen oder vorhersagen kann. Biomarker können klinische Studien von neuen Medikamenten schneller und verlĂ€sslicher machen. zu identifizieren. Sie sahen dabei deutlich, dass nur NfLNfL Biomarker fĂŒr die Gesundheit des Gehirns zuverlĂ€ssig genug schien, um das fortschreiten der Huntington-Krankheit bereits in den frĂŒhesten Stadien nachverfolgen zu können.
Juan Sanchez-Ramos (University of South Florida) sprach von verbesserten Vorgehensweisen bei Gentherapien fĂŒr Huntington-Patienten. Derzeit ist bei einigen in der klinischen Forschung befindlichen Huntington-Therapien eine Lumbalpunktion oder gar eine Operation am Gehirn nötig. Solche Methoden sind teuer, unangenehm fĂŒr die Patienten und mitunter riskant. Sanchez-Ramos und seine Kollegen haben untersucht, ob eine intra-nasale Anwendung, d. h. sich das Medikament in die Nase zu sprĂŒhen, auch funktionieren könnte. Dabei packten sie ein Huntingtin-Verminderungs-Medikament auf winzige TrĂ€ger aus Nanopartikeln. Bei MĂ€usen konnten sie die Methode bereits erfolgreich anwenden und sie hoffen nun einen Industriepartner zu finden, der Ă€hnliche Studien am Menschen ermöglichen wĂŒrde.
Neuigkeiten von Firmen zur Entwicklung von Therapien
Der erste Konferenztag wurde mit kurzen VortrÀgen von Firmen, die sich in der Huntington-Forschung betÀtigen abgeschlossen.
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Triplet Therapeutics hofft, mit ihrem Wirkstoff die somatische InstabilitĂ€t einzuschrĂ€nken. Sie fĂŒhren zunĂ€chst eine reine BeobachtungsstudieBeobachtungsstudie Eine Studie die Messungen an freiwilligen Menschen macht, aber keine experimentellen Medikamente oder Behandlungen gibt namens âSHIELD-HDâ durch, ĂŒber die wir bereits im Rahmen unseres Berichtes vom EHDN Treffen schrieben.
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NeuExcell Therapeutics setzen auf regenerierende Wirkstoffe, die Teile des Gehirns, das durch die Huntington-Krankheit beschÀdigt wird, erneuern könnten. Bei Tiermodellen funktionieren ihre Therapien bereits gut und stellen bestimmte Zelltypen wieder her. Sie hoffen mit klinischen Studien am Menschen im Jahr 2022 beginnen zu können.
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Mitochon Pharmaceuticals untersuchen bekannte Substanzen, die die MitochondrienMitochondrien Winzige Maschinen in unseren Zellen, die NÀhrstoffe in Energie umwandeln und so die Arbeit der Zellen ermöglichen (die Kraftwerke der Zellen) aktivieren. Sie hoffen, dass sie so die Produktion von reaktivem Sauerstoff bei Huntington-Patienten stoppen können, dem einige zerstörerische Effekte zugesprochen werden.
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Neubase Therapeutics haben ein Medikament entwickelt, dass unter Laborbedingungen Huntingtin verringern kann und von dem in Tiermodellen gezeigt wurde, dass es sich im ganzen Körper verteilt. Daher hoffen sie, das man damit die Huntington-Krankheit ganzkörperlich behandeln werden kann. ZunĂ€chst mĂŒssen allerdings noch weitere Untersuchungen an Tiermodellen vorgenommen werden, die die Huntingtin-Verminderung eindeutig zeigen.
In unserem nÀchsten Artikel können Sie dann lesen, worum es am Tag 2 der Konferenz ging.
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