Huntington’s disease research news.

In einfacher Sprache. Geschrieben von Wissenschaftlern.
FĂŒr die weltweite Huntington-Gemeinschaft.

Huntington's Disease Therapeutics Conference 2021 – Tag 1

14 Min. Lesezeit

Unsere Übersicht zu Huntington's Disease Therapeutics Conference 2021 – Tag 1 #HDTC2021 mit Details von Wave, Roche und Triplet.

Herausgegeben von Dr Rachel Harding
Übersetzt von Rebecca

Dieser Artikel fasst den ersten Tag der CHDI Huntington’s Disease Therapeutics Conference 2021 zusammen. Am Vormittag ging es um Neues aus klinischen Studien. Der Nachmittag war genetischen Einflussnehmern auf die Huntington-Krankheit gewidmet und wie man sich diese zu Nutze machen könnte, um den Ausbruch von Krankheitssymptomen nach hinten zu verschieben.

Updates zu den Studien von Wave und Roche

Zuerst gab es wichtige Neuigkeiten von Wave und Roche. Die enttÀuschenden Nachrichten von beiden Firmen haben wir bereits vor ein paar Wochen in den hier verlinkten Artikeln mitgeteilt: Roche, Wave. Dennoch möchten wir hier von weiteren Details berichten und auch einen Frage- und Antwortaustausch wiedergeben.

Zusammengefasst war Tominersen zwar sicher und gut vertrÀglich, konnte aber nicht gegen die Symptome der Huntington-Krankheit helfen
Zusammengefasst war Tominersen zwar sicher und gut vertrÀglich, konnte aber nicht gegen die Symptome der Huntington-Krankheit helfen

Update von Wave Life Sciences

Vissia Viglietta prĂ€sentierte den letzten Stand bei Wave Life Sciences. Leider fĂŒhrten beide Studien PRECISION HD1 und HD2 zu enttĂ€uschenden Ergebnissen. Huntingtin konnte nur in geringem Maße und nicht zuverlĂ€ssig genug vermindert werden. Auch eine höhere Dosis des Medikaments brachte nicht den erwĂŒnschten Effekt. Wave bleibt aber weiterhin bestrebt, ein Medikament gegen die Huntington-Krankheit zu finden.

Wave’s Wirkstoffe zielen darauf ab, ganz spezifisch nur das mutierte Huntingtin abzusenken, sodass der „Wild-Typ“, also das gewöhnliche, Huntingtin-Eiweiß erhalten bleibt. TatsĂ€chlich gelang es Wave, die Menge an Wild-Typ bei den behandelten Patienten konstant zu halten. Es wurden auch keine VerĂ€nderungen beim Protein NfLNfL Biomarker fĂŒr die Gesundheit des Gehirns – einem BiomarkerBiomarker Irgendeine Art von Test – inklusive Bluttest, GedĂ€chtnistest und Gehirnscan – der das Fortschreiten einer Krankheit wie der Huntington-Krankheit messen oder vorhersagen kann. Biomarker können klinische Studien von neuen Medikamenten schneller und verlĂ€sslicher machen. fĂŒr HirnschĂ€digungen – beobachtet. Jedoch wurden bei hoher Dosierung ihres Medikamentes starke Nebenwirkungen festgestellt, von denen manche schwerwiegend waren.

Viglietta sprach dann ĂŒber den neuen Wirkstoff von Wave, names WVE-003. Auch dieser ist „allel-spezifisch“, verringert also nur die Menge an mutiertem Huntingtin. Wave’s Hoffnung ist, dass die verbesserte chemische Struktur dieses ASOsASOs Eine Art von Gen-Stummschaltungs-Behandlung, in der speziell entworfene DNA-MolekĂŒle genutzt werden, um ein Gen auszuschalten zu besseren Ergebnissen fĂŒhren wird. In Zellen in der Petrischale fĂŒhrte WVE-003 bereits erfolgreich zur Huntingtin-Verminderung, auch in fĂŒr die Huntington-Krankheit zentralen Hirnregionen von MĂ€usen, nahm der Gehalt an Huntingtin ab.

Wave’s Medikamente können nicht fĂŒr die Behandlung aller Huntington-Patienten eingesetzt werden, da sie auf eine Besonderheit in der DNA angewiesen sind, die nur Teile der Huntington-Patienten aufweisen. Viglietta beschrieb hierzu eine neue Methode, mit der das Gen möglicher Patienten schnell gerastert werden kann, um so mögliche Kandidaten fĂŒr die nĂ€chsten Studien zu finden. Es wird in KĂŒrze eine Phase 1b/2a Studie zur Sicherheit und VertrĂ€glichkeit und bestmöglichen Dosis von WVE-003 durchgefĂŒhrt werden.

Update von Roche

Scott Schobel von Roche war der NĂ€chste Vortragende und sprach zu uns von der Phase-III-Studie GENERATION-HD1. Die Studie wurde vorzeitig abgebrochen, aber bis jetzt wurde zu den HintergrĂŒnden des Abbruchs von Roche recht wenig kommuniziert. Schobel zeigte nun vorlĂ€ufige Daten aus der Studie, die zu der Entscheidung fĂŒhrten, das Huntingtin-Verminderungs-ASO Tominersen nicht lĂ€nger zu verabreichen.

Er gab zunĂ€chst den zeitlichen Verlauf der Entwicklung des Medikamentes wieder und betonte, die erlangten Erkenntnisse und dass der Ansatz der Huntingtin-Verminderung nach wie vor eine vielversprechende therapeutische Strategie darstellt. Die Phase-I/II-Studie, die 2017 veröffentlicht wurde, hatte eine ĂŒberzeugende Huntingtin-Verminderung gezeigt bei gleichzeitig guter VertrĂ€glichkeit. Daraufhin hatte Roche die Höchstdosis der GENERATION-HD1-Studie (120 mg) festgelegt. Zudem halfen Daten aus der offenen Fortsetzung dieser Studie Roche dabei, die HĂ€ufigkeit der Verabreichung festzulegen.

Teilnehmer in der GENERATION-HD1-Studie wurden entweder alle 8 oder alle 16 Wochen eine Dosis des Wirkstoffs gegeben. Ein unabhÀngiges Kommittee hatte laufend die hier von Roche gemessenen Daten zu Tominersen erhalten und hatte vor einigen Wochen die Empfehlung ausgesprochen, dass Roche die Studie abbrechen sollte. Roche hat nun deren Auswertungen erhalten und selbst nocheinmal ausgewertet. In Schobels PrÀsentation wurden Daten von etwa 60 % der Teilnehmenden betrachtet, weitere Datenauswertungen werden noch folgen.

Leider lĂ€sst es sich nicht schönreden: es konnten bei den behandelten Patienten verglichen zur Placebo-Gruppe keinerlei Verbesserungen hinsichtlich ihrer Symptome festgestellt werden. Man könnte sogar sagen, dass eine Verabreichung alle 8 Wochen den Zustand der Patienten leicht verschlechterte. HierfĂŒr wurden sowohl Denk- alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. auch Bewegungstests ausgewertet, die Ergebnisse sind in allen FĂ€llen gleich: durchschnittlich konnte bei allen Teilnehmenden eine kontinuierliche Verschlechterung festgestellt werden.

Es traten keine neuen Sicherheitsbedenken oder Nebenwirkungen auf. Aber bei Patienten, die Tominersen erhielten, konnte ein grĂ¶ĂŸeres Ventrikelvolumen gemessen werden. Das sind Bereiche im Gehirn, durch die FlĂŒssigkeiten bewegt werden. Man ist sich noch nicht sicher, wie dieser Befund zu interpretieren ist.

Die Auswertung der Daten geht weiter und Roche wird auch noch weitere Daten von Patienten erfassen, allerdings wird es keine Verabreichung des Medikaments Tominersen mehr geben. Es sollen noch so viele Fragen wie möglich beantwortet werden. Roche bleibt aktive in der Huntington-Forschung und wird die Huntington-Gemeinschaft weiterhin ĂŒber neue Erkenntnisse auf dem Laufenden halten.

Große Fragen in der Fragerunde

Beide Vortragenden nahmen Fragen aus der Zuhörerschaft entgegen:

F: Warum konnte durch Wave’s Medikament keine Huntingtin-Verminderung erreicht werden?

A: Viglietta betonte den Umstand, dass Wave die Medikamente der durchgefĂŒhrten PRECISION-HD1- und 2-Studien eventuell nicht ausreichend an Tiermodellen getestet hatte. FĂŒr das Medikament WVE-003 ergibt sich eine andere Ausgangssituation, hier liegen bereits vielversprechende Tierstudien vor. Weiterhin fĂŒhrte sie aus, dass sich die Substanzen nicht wie erhofft gleichmĂ€ĂŸig und in der nötigen Konzentration in den verschiedenen Bereichen des Gehirns und des Nervensystems verteilten, was die WirksamkeitWirksamkeit Ein Maßstab, ob eine Therapie wirkt. eingeschrĂ€nkt haben könnte.

F: Könnte man die Verbesserungen der chemischen Struktur von WVE-003 auch auf die Wirkstoffe aus PRECISION-HD1- und 2 ĂŒbertragen?

„Es liegen also in der Natur bereits genetische Modifikatoren vor, die den Ausbruch der Krankheit verzögern und nun geht es in der Forschung darum, sich diese zu nutzen zu machen und daraus Medikamente fĂŒr Huntington-Patienten zu entwickeln.“

A: Viglietta sagt ja. Die gleiche Chemie könnte fĂŒr die Verbesserung der getesteten ASOsASOs Eine Art von Gen-Stummschaltungs-Behandlung, in der speziell entworfene DNA-MolekĂŒle genutzt werden, um ein Gen auszuschalten eingesetzt werden, um Medikamente zu erhalten, die auf die hier gewĂ€hlten Zielgruppen abgestimmt sind. Denn auch WVE-003 benötigt eine Besonderheit in der DNA namens SNP, um das mutierte Huntington-Gen zu identifizieren und kann daher von vornherein fĂŒr höchstens 40 % der Huntington-Patieten eingesetzt werden.

F: Könnte die Art der Verabreichung von Tominersen (Lumbalpunktion) eine Rolle dabei spielen, dass es zu den enttÀuschenden Ergebnissen kam?

A: Schobel sagte, das sei derzeit unklar, es könnte aber sein, dass die weitere Datenanalyse hierzu AufschlĂŒsse gibt.

F: Da es zu vergrĂ¶ĂŸertem Ventrikelvolumen im Gehirn kam, könnte es sein, dass sich durch EntzĂŒndungen im Gehirn neue Sicherheitsbedenken hinsichtlich WVE-003 ergeben?

A: Viglietta sagte, man behielte dies im Auge, es sei derzeit aber noch unklar.

F: Wie werden die Ergebnisse weitere BemĂŒhungen durch Roche und Wave beeinflussen?

A: Schobel sagte, dass die Daten fĂŒr Roche und die Huntington-Gemeinschaft zu wertvollen Erkenntnissen fĂŒhren werden. Beispielsweise, was die genaue Auswertung von Biomarkern angeht, sodass kĂŒnftige klinische Studien auf jeden Fall von der getanen Arbeit profitieren werden.

Alle hatten auf bessere Ergebnisse der beiden Studien gehofft, aber immerhin war ihre DurchfĂŒhrung hochprofessionell und auf dem neuesten Stand der Forschung, sodass viele wertvolle Daten erhalten werden können, mit denen man hoffentlich konstruktiv weiterarbeiten kann.

Huntington-Human-Genetik: Modifikatoren und Mechanismen auf dem Weg zum Medikament

Am Nachmittag ging es um genetische Modifikatoren in der Huntington-Krankheit und deren Biologie. Diese Modifikatoren sind kleine Abweichungen im DNA-Code, die beispielsweise zu verfrĂŒhtem Auftreten von Symptomen fĂŒhren können oder den Grund dafĂŒr darstellen, warum manche Betroffenen mit der gleichen CAG-Anzahl erst viel spĂ€ter Symptome entwickeln. Viele von ihnen, die bereits identifiziert wurden, sind Gene, die an DNA-Reparaturprozessen beteiligt sind, von denen man auch annimmt, dass sie die weitere Erhöhung der CAG-Wiederholungen im eigenen Körper beeinflussen, die sogenannte somatische InstabilitĂ€t.

Identifikation neuer genetischer Modifkatoren in großangelegten Studien

James Gusella begann diesen Teil mit seinem Vortrag ĂŒber den Nutzen laufender großer Genstudien, die dabei helfen sollen, die Huntington-Krankheit zu verstehen und zu behandeln. Er erinnerte daran, dass auch wenn eine grĂ¶ĂŸere Zahl von CAGs im Allgemeinen einen frĂŒheren Ausbruch der Krankheit bedeutet, gibt es hier immer wieder große Unterschiede und seine Forschung beschĂ€ftigt sich mit den GrĂŒnden fĂŒr diese Unterschiede. Es liegen also in der Natur bereits genetische Modifikatoren vor, die den Ausbruch der Krankheit verzögern und nun geht es in der Forschung darum, sich diese zu nutzen zu machen und daraus Medikamente fĂŒr Huntington-Patienten zu entwickeln.

Einige Huntington-Patienten weisen eine Unterbrechung zwischen den CAG-Wiederholungen auf, die im Gentest nachgewiesen werden kann und die die Vorhersage des Zeitpunkts der Symptomentwicklung verĂ€ndern kann. In diesem Artikel haben wir bereits darĂŒber geschrieben. Einige der wichtigen Modifikatoren wie das Gen FAN1 sind Teil des DNA-Instandhaltungsmechanismus und der DNA-Reparatur.

Genom-umfassende Studien, die zur Identifikation dieser Modifikatoren fĂŒhrten, laufen weiterhin und Wissenschaftler wie Gusella sammeln mehr Daten, die mithilfe statistischer Methoden die Bedeutung dieser Gene auswerten. Separate Modifikatoren mögen auf unterschiedliche Symptome Einfluss ausĂŒben, sie spielen verschiedene Rollen wĂ€hrend unterschiedlicher Krankheitsstadien oder in unterschiedlichen Zelltypen. Tausende von Betroffenen der Huntington-Krankheit, die an diesen Studien teilgenommen haben, machen eine derart umfassende Datenauswertung möglich und Gusella zeigte sich fĂŒr die Zeit und Bereitschaft der Teilnehmenden sehr dankbar.

Auseinandernehmen genetischer Modifikatoren der Huntington-Krankheit: Mechanismen verstehen

Vanessa Wheeler zeigte eine PrĂ€sentation zur Interpretation von Daten zu genetischen Modifikatoren von Huntington, die zu einem VerstĂ€ndnis der Krankheit beitragen sollen. Ihr Ziel ist die Auswirkung der Modifikatoren in MĂ€usen zu untersuchen, insbesondere solche Gene, die die somatische InstabilitĂ€t begĂŒnstigen.

Sie schlĂ€gt ein neues Modell fĂŒr den Grundmechanismus der Huntington-Krankheit vor: zunĂ€chst zĂ€hlt die Geschwindigkeit der somatischen Erhöhung der CAG-Zahl bis zu einem kritischen Schwellwert und danach die SchĂ€digung, die durch das mutierte Huntingtin-Eiweiß verursacht wird. Ihr Labor untersucht den ersten Umstand mithilfe eines Virus, das die Genschere CRISPRCRISPR Ein System zur DNA-Bearbeitung auf prĂ€zise Weise beinhaltet und diese in die Leber von MĂ€usen transportiert, um verschiedene Gene, die zur zusĂ€tzlichen VerlĂ€ngerung der CAG-Sequenz beitragen, auszuschalten.

Genmodifikatoren sind kleine Abweichungen in der DNA, die zu verfrĂŒhten Symptomen der Huntington-Krankheit fĂŒhren können
Genmodifikatoren sind kleine Abweichungen in der DNA, die zu verfrĂŒhten Symptomen der Huntington-Krankheit fĂŒhren können

Allerdings ist es ein kompliziertes System. Bestimmte Gene auszuschalten kann die Anzahl der CAG-Wiederholungen verringern oder erhöhen oder ĂŒberhaupt keinen Effekt im Mausmodell haben. Wheeler und ihre Kollegen interessieren sich insbesondere fĂŒr die Wechselwirkung von Modifikatoren mit Gegeneffekten, so wollen sie die komplexen EinflĂŒsse auf die somatische InstabilitĂ€t herauskitzeln. Ihr Fokus auf ein tiefes VerstĂ€ndnis der Wirkmechanismen der einzelnen Modifikatoren und deren Wechselwirkungen ist wichtig fĂŒr die Entwicklung neuer Medikationen, wie etwa durch die Firma Triplet Therapeutics, von der wir spĂ€ter noch hörten.

Wie FAN1 die Anzahl an CAGs stabilisiert

Michael Flower sprach im Anschluss ĂŒber das Gen FAN1, das bisher alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. einer der wichtigsten genetischen Modifikatoren in der Huntington-Krankheit identifiziert worden ist. Er erklĂ€rte zunĂ€chst den aktuellen Wissenstand zur Wirkweise des Gens und seines Proteins und dessen gewöhnliche Rollen in der Zelle – das ist grundlegend, wenn man den Einfluss auf die Huntington-Krankheit verstehen will.

Seine Gruppe hat eine Zell-basierte Methode zur Analyse des Einflusses verschiedener Gene oder Medikamente auf die somatische InstabilitĂ€t entwickelt. Dadurch können Sie bestimmen, wo genau FAN1 an die DNA bindet. Abnehmende Konzentrationen von FAN1 beschleunigen die somatische InstabilitĂ€t merklich, was seine Bedeutung unterstreicht. Andere Gene – wie vorher von Vanessa Wheeler beschrieben – ĂŒben ebenso einen Einfluss auf die somatische InstabilitĂ€t aus.

Flower nimmt nun das Gen FAN1 auseinander, zerlegt es in seine Bestandteile, um zu verstehen, welche Teile fĂŒr dessen Wirkung am wichtigsten sind. Es scheint, dass es mindestens zwei Regionen des Gens gibt, die hier eine Rolle spielen. Flower untersucht die Wechselwirkungen des FAN1-Proteins mit anderen einflussnehmenden Eiweißen, was dabei helfen soll, herauszufinden, wie man auf diese genetischen Modifikatoren eventuell auch mit Medikamenten einwirken kann.

Somatische InstabilitÀt in Huntington-Modellen aufhalten

Daniel O’Reilly beschĂ€ftigte sich im vorletzten Vortrag des Tages mit einem weiteren Modifikator, dem MSH3. Auch das MSH3-Gen bzw. -Protein ist bedeutend in Bezug auf die somatische VerlĂ€ngerung des CAG-Trakts. O’Reilly verwendet dabei eine Technologie namens „RNARNA Die Chemikalie Ă€hnlich der DNA, die die „Nachrichten“-MolekĂŒle herstellt, die die Zellen als Arbeitskopien von Genen bei der Herstellung von Proteinen nutzen. Interference“ (RNAi) und setzt mit ihr das Niveau bestimmter Proteine im Gehirn herab. KĂŒrzlich gelang ihm und seiner Gruppe ein Durchbruch, alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. sie die Menge an Huntingtin im gesamten Gehirn von Tiermodellen maßgeblich und dauerhaft reduzieren konnten. Die Funktion konnte nicht nur in MĂ€usen, sondern auch Affen reproduziert werden, Hoffnungen sind daher auch fĂŒr menschliche Gehirne vorhanden.

O’Reilly’s eigene Familie ist von der Huntington-Krankheit betroffen, wodurch er ein starkes persönliches Interesse an seiner Forschung mitbringt. Er forscht an RNAi-Wirkstoffen, die die Menge an MSH3 herabsetzen können. Dadurch soll die somatische InstabilitĂ€t unterbunden werden. Bei MĂ€usen ist ihm und seiner Gruppe dies bereits gelungen. DarĂŒberhinaus haben sie eine Serie weiterer Substanzen entwickelt, die andere genetische Modifikatoren effektiv verringern können.

Die Huntington-Krankheit und andere Gensequenzwiederholungs-Erkrankungen behandeln/verhindern durch das Aufhalten der somatischen Ausdehnung

Irina Antonijevic schloss den Tag mit ihrem Vortrag zu einer potentiellen Behandlung namens TTX-3360 der Huntington-Krankheit sowie weiterer Gensequenzwiederholungs-Erkrankungen, die von der Firma Triple Therapeutics entwickelt wird.

Auch Triplet’s Ansatz ist die Unterbindung der Erhöhung der CAG-Anzahl durch das Herabsenken der Konzentration von MSH3. Auch wenn mehrere Gene alsALS Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben. Modifikatoren identifiziert werden konnten, hat sich Triplet fĂŒr MSH3 entschieden, denn man konnte bereits bei Tieren feststellen, dass die Ausschaltung dieses Gens weder einen Einfluss auf die Lebensdauer hat, noch das Krebsrisiko erhöht. Eine Reduktion von 50 % in Huntington-Mausmodellen fĂŒhrt außerdem nachgewiesenermaßen zu einer geringeren somatischen Expansion.

Triplet’s Wirkstoff TTX-3360 ist ein ASO, das bereits hinsichtlich Sicherheit und Verteilung im Gehirn in kleinen und großen Tiermodellen getestet wurde. Triplet hat auch erforscht, welche die beste Methode der Verabreichung ist, dabei sind sie auf eine Injektion direkt in Ventrikel im Gehirn gekommen.

Eine klinische Phase-I/IIa-Studie ist derzeit in Planung und soll Ende 2021 beginnen. Es sollen prĂ€symptomatische und frĂŒhsymptomatische Huntington-Patienten teilnehmen. Die Verringerung von MSH3 und BiomarkerBiomarker Irgendeine Art von Test – inklusive Bluttest, GedĂ€chtnistest und Gehirnscan – der das Fortschreiten einer Krankheit wie der Huntington-Krankheit messen oder vorhersagen kann. Biomarker können klinische Studien von neuen Medikamenten schneller und verlĂ€sslicher machen. in KörperflĂŒssigkeiten sollen erfasst, sowie MRT-Scans aufgenommen werden. Antonijevic besprach dann noch eine laufende BeobachtungsstudieBeobachtungsstudie Eine Studie die Messungen an freiwilligen Menschen macht, aber keine experimentellen Medikamente oder Behandlungen gibt namens SHIELD-HD, mithilfe derer Triplet Therapeutics verstehen will, wie sich die somatische InstabilitĂ€t mit dem Fortschreiten der Symptome verĂ€ndert. Trotz der Herausforderungen durch COVID wurden vorzeitig genĂŒgend Teilnehmer fĂŒr diese Studie gefunden. Diese werden auch eingeladen werden, an der geplanten Phase-I/II-Studie fĂŒr TTX-3360 teilzunehmen.

Bis morgen!

Im nÀchsten Artikel werden wir vom zweiten Tag der Konferenz berichten.

Rachel Harding hat keine Interessenskonflikte offenzulegen. Leora Fox arbeitet fĂŒr die Huntington's Disease Society of America, die Beziehungen und Geheimhaltungsvereinbarungen mit vielen hier genannten Firmen inne hat. Jeff Carroll ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats und hĂ€lt finanzielle Anteile an Triplet Therapeutics. Er trug nicht zur Erstellung des PrĂ€sentationsmaterials von Triplet bei.

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Glossary

ALS
Eine fortschreitende Nervenkrankheit, bei der Bewegungsneuronen absterben.
ASOs
Eine Art von Gen-Stummschaltungs-Behandlung, in der speziell entworfene DNA-MolekĂŒle genutzt werden, um ein Gen auszuschalten
Beobachtungsstudie
Eine Studie die Messungen an freiwilligen Menschen macht, aber keine experimentellen Medikamente oder Behandlungen gibt
Biomarker
Irgendeine Art von Test – inklusive Bluttest, GedĂ€chtnistest und Gehirnscan – der das Fortschreiten einer Krankheit wie der Huntington-Krankheit messen oder vorhersagen kann. Biomarker können klinische Studien von neuen Medikamenten schneller und verlĂ€sslicher machen.
CRISPR
Ein System zur DNA-Bearbeitung auf prÀzise Weise
NfL
Biomarker fĂŒr die Gesundheit des Gehirns
RNA
Die Chemikalie Ă€hnlich der DNA, die die "Nachrichten"-MolekĂŒle herstellt, die die Zellen als Arbeitskopien von Genen bei der Herstellung von Proteinen nutzen.
Wirksamkeit
Ein Maßstab, ob eine Therapie wirkt.

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